Bereits um 3500 v. Chr. wurde in Ägypten und Mesopotamien
das erste Glas erzeugt. Das zunächst sehr langwierige und mühsame Verfahren
machte Glasperlen zu reinen Luxusgegenständen, die sich meist nur Herrscher
leisten konnten.
Ab 2000 v. Chr. gab es erste in Europa produzierte
Glasperlen, die aber in der Kunstfertigkeit noch nicht mit den orientalischen
vergleichbar waren. In der Bronzezeit /1200 v. Chr.) kamen sie häufiger vor.
Es
entwickelten sich viele verschiedene Muster, wie z.B. Schichtaugenperlen,
Noppen-, Spiral- und Gittermuster, sowie figürliche Perlen.
Ca. 100 v. Chr. wurde das Glas zum beliebten Handwerkstoff
der römischen Welt. Die römischen Perlen imitierten überwiegend teure
Edelsteine. Sie waren klein, leicht zu transportieren, unverderblich, schön und
beliebt.
So verbreitete sich das Wissen um die Glasherstellung und
Glasverarbeitung in der ganzen damals bekannten Welt.
Ähnliche Muster tauchten auch ab 800 n.Chr. bis ins 10. Jh.
bei den Wikingern auf. Sie trieben Handel mit der ganzen Welt, vermutlich auch
schon mit Amerika. Es wurden große Hortfunde gemacht, unter anderem mit Perlen.
Um den kriegerischen Unruhen der Kreuzzüge zu entgehen,
flohen orientalische Glasmacher im 13 Jh. nach Venedig. Durch die Symbiose von
venezianischen und byzantinischen Glasmachern entstand eine einzigartige
Mischung aus Wissen, Können und Kreativität.
Venedigs Glasmacher hatten zwar hohe Privilegien, aber auf
Verrat von Geheimnissen stand die Todesstrafe. Das Hauptprodukt waren Perlen.
Mit der Erfindung des Rosenkranzes um 1250 stieg der Bedarf an Glasperlen
sprunghaft an. Im Orient lösten rote Glasperlen aufgrund ihrer leuchtenden
Farbe die bis dahin verwendeten Korallenperlen ab.
Es gab städtische Gilden der Glasperlenmacher.1291 wurden
sie auf die Insel Murano umgesiedelt. Zwischen 1454 und 1547 wurde den
Glasmachern verboten, Kontakte zu Verwandten und Bekannten außerhalb der
Republik zu haben oder auszureisen.
Die Perlen waren im 15. Jh. Haupthandelsgut in alle Länder
und begehrt wie nie zuvor. Die bekannte Welt wurde größer, die Nachfrage
steigerte sich, die Gewinne stiegen ins unermessliche. Die Produktion der
Perlen wurde rationalisiert und mit alchimistischen Versuchen neue
Färbeverfahren ausprobiert. Es gab Perlen hohl und massiv, einfarbig und bunt
mich hoch komplizierten Muster, gezogen und geharkt, getrommelt und gewickelt.
Aus dem 17. + 18. Jh. sind ortsfeste Glashütten bekannt, oft
in der Nähe von Klöstern. Der Bedarf an Glasfenstern, Gefäßen und Perlen wuchs,
und man wollte nicht mehr auf Import angewiesen sein. Schlepper schmuggelten
ganze Glasbläserfamilien aus Murano an europäische Fürstenhöfe wie Augsburg und
Nürnberg. So wurde Venedigs Monopolstellung untergraben.
Vor allem Böhmen tat sich in der Anwendung neuer
Technologien hervor. Dort erstellte Perlen wurden von Handelsvertretern in alle
Welt verkauft und die Grundlagen für eine Massenproduktion, die inzwischen
vorwiegend in Südostasien stattfindet, geschaffen.
Vor wenigen Jahren wurde dieses schöne und kreative
Kunsthandwerk neu entdeckt.
Auf der ganzen Welt werden nun qualitativ hochwertige und
phantasievoll gestaltete Glasperlenunikate hergestellt.